BRÜSSEL / STRASSBURG — EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in ihrer Rede zur Lage der Union vorgeschlagen, Kanada zum ersten „assoziierten Mitglied“ der EU zu machen. Kanadas Premierminister Mark Carney war anwesend und begrüßte eine engere Partnerschaft.

Der Status „assoziiertes Mitglied“ existiert in den EU-Verträgen bislang nicht. Er soll eine engere Form der Zusammenarbeit ermöglichen – jenseits des bestehenden Freihandelsabkommens CETA.

Was ist geplant?
Von der Leyen nannte gemeinsame Projekte in den Bereichen intelligente Fertigung, Tech-Allianz, Verteidigungsindustrie, Arktis, Energie, kritische Rohstoffe, Batterien, KI und Cybersicherheit. Es gehe um eine „Allianz für die Zukunft“ und einen gemeinsamen Wohlstands- und Sicherheitsraum.
Für Deutschland und die EU ist der Vorschlag relevant, weil er neue Partnerschaften jenseits der klassischen Erweiterungslogik eröffnet – vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen mit den USA und China. Kanzler Merz und die Bundesregierung beobachten die Entwicklung aufmerksam.

Offene Fragen
Ob und wie der Status formalisiert wird, bleibt unklar. Eine Vertragsänderung wäre schwierig. Die Details sollen unter anderem beim EU-Kanada-Gipfel Ende Oktober in Montreal besprochen werden.
Viele Experten in Berlin und Brüssel sehen darin einen pragmatischen Schritt, um demokratische Partner enger an die EU zu binden, ohne die klassischen Beitrittsregeln zu ändern.
Von der Leyen’s pitch for EU security council involves Canada, but it’s not clear how
— CFJC Today (@CFJC_Today) September 18, 2026
Quellen: Reuters, European Commission, Politico, Statements von der Leyen und Carney. Stand: 18. September 2026.







